PARODONTOLOGIE

PARODONTOLOGIE

Parodontitis ist eine durch Bakterien verursachte Zahnfleisch- und Zahnbetterkrankung. Die Parodontitis ist die Hauptursache für Zahnverlust und betrifft jeden Vierten. Eine Vielzahl von den betroffenen Patienten wird nicht behandelt, denn die Parodontitis verursacht häufig keine Schmerzen. Die Gründe für die Entstehung von Parodontitis können vielfältig sein, man kann aber vereinfacht drei Hauptgründe festhalten: die Veranlagung, das Rauchen und die Mundhygiene. Das Ziel der Behandlung ist es, die Erkrankung zu stoppen und auf Dauer gestoppt zu halten.

Die erste Phase

In dieser Phase der Therapie wird zuerst in einigen Sitzungen die Mundhygiene optimiert und dem Patienten wird gezeigt, wie er dieses Ergebnis auch lange halten kann. Anschließend erfolgt unter Lokalanästhesie die Reinigung und Glättung der Wurzeloberflächen mit verschiedenen Instrumenten: Schall, Handinstrumenten, Luft-Pulver-Wasser-Gemisch, Laser. Je nach Befund werden verschiedene Mundspülungen, Gele oder Probiotika ergänzend eingesetzt. Bei besonders schweren Verläufen wird nach vorheriger Abwägung der Nutzen-Risiko-Analyse auch Antibiotika verwendet. Einige Monate später erfolgt die Reevaluation (erneute Befundung der Zahnfleischtaschen): Hier wird die Entscheidung getroffen, ob eine zweite Phase anschließen soll. Falls keine weiteren Behandlungsmaßnahmen notwendig sind, wird der Patient in die unterstützende Parodontitis-Therapie aufgenommen. Diese ist besonders wichtig für den Erhalt des Ergebnisses. Die Parodontitis kehrt immer zurück, wenn keine regelmäßige Reinigung und keine Kontrollen erfolgen.

Die zweite Phase

In manchen Fällen reicht die erste Therapie nicht aus. Einzelne Zähne oder Zahngruppen können nach der nicht-chirurgischen Therapie immer noch behandlungsbedürftige Taschen haben. Hier unterscheiden wir, abhängig vom Befund und Diagnose, zwischen einer abtragender und einer aufbauender Therapie. Bei flachen Taschen arbeiten wir abtragend und modellierend. Häufig ist diese Behandlung eine Vorbereitung der Zähne und das Zahnfleisch für den bevorstehenden, vorher geplanten, Zahnersatz. Einzelne Zähne haben aber auch tiefe Knochentaschen. Diese werden dann regenerativ mittels Schmelzmatrixproteinen, Knochenersatzmaterialien und Membranen wiederaufgebaut. Der Zahnfleischschwund, sogenannte Rezession, kann abgedeckt werden. Wir arbeiten in der chirurgischen Parodontitis-Therapie stets mikrochirurgisch. Anschließend wird der Patient in die unterstützende Parodontitis-Therapie aufgenommen, um ein langfristig stabiles Ergebnis zu erzielen.

Die unterstützende Parodontitis Therapie (UPT)

Vereinfacht gesagt handelt es sich hierbei um eine professionelle Zahnreinigung speziell für den Parodontitis-Patienten. Der wesentliche Unterschied zu einer normalen, professionellen Zahnreinigung ist die Erhebung einiger Werte, die relevant für die Parodontitis sind. Der Ausgangsbefund vor der Parodontitis-Therapie wird mit vorhanden Werten und Befunden verglichen. Nur so kann die Früherkennung beginnender Prozesse und deren rechtzeitige Beseitigung gewährleistet werden. Diese Therapie wird nach der Parodontitis-Risiko-Analyse unterschiedlich oft empfohlen: von 2-6 mal jährlich. Eine Wiederbesiedlung der Wurzeloberflächen mit Bakterien ohne UPT erfolgt bereits nach 9 Monaten. Daher ist die einmalige UPT pro Jahr unwirksam und wird nicht empfohlen.
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