Parodontologie

Parodontitis ist eine durch Bakterien verursachte Erkrankung des Zahnhalteapparates. Die Parodontitis ist die Hauptursache für Zahnverlust und betrifft jeden Vierten. Eine Vielzahl von den betroffenen Patienten wird nicht therapiert: denn die Parodontitis verursacht häufig keine Schmerzen.
Wir wissen, dass wir die Parodontitis kontrollieren und stoppen können, zugleich kann aber der Patient ohne eine engmaschige UPT (Unterstützende Parodontitis Therapie) ein Wiederauftreten der Erkrankung kaum abwenden.
Deswegen spielt die Aufklärung und die Mitarbeit des Patienten eine entscheidende Rolle für den Therapieerfolg.

Die geschlossene Parodontitis-Behandlung (nicht-chirurgische Phase)

In dieser Phase der Therapie wird zuerst in einigen Sitzungen die Mundhygiene optimiert und der Patient wird instruiert wie er dieses Ergebnis auch lange halten kann.
Anschließend erfolgt unter Lokalanästhesie die Reinigung und Glättung der Wurzeloberflächen mit verschiedenen Instrumenten: Schall, Luft-Glycin-Wasser-Gemisch, Laser.

Je nach Befund werden verschiedene Mundspülungen, Gele oder Probiotika ergänzend eingesetzt. Bei besonders schweren Verläufen nach vorheriger Abwägung der Nutzen-Risiko-Analyse verwenden wir auch Antibiotika.

Einige Monate später erfolgt die Reevaluation (erneute Befundung der Zahnfleischtaschen): Hier wird die Entscheidung getroffen ob eine chirurgische Phase anschließen soll. Falls keine weiteren Behandlungsmaßnahmen notwendig sind, wird der Patient in die unterstützende Parodontitis-Therapie aufgenommen.

Die chirurgische Phase

Hier unterscheiden wir zwischen einer plastisch-resektiven und einer regenerativen Therapie.
Bei flachen Knochentaschen arbeiten wir plastisch-resektiv (abtragend und modellierend).
Einzelne Zähne haben aber auch tiefe Knochentaschen. Diese werden dann regenerativ mittels Schmelzmatrixproteinen, Knochenersatzmaterialien und Membranen wiederaufgebaut.
Vorhandene Rezessionen (Zahnfleischschwund) können plastisch z.B. durch die Tunneltechnik abgedeckt werden.
Wir arbeiten in der chirurgischen Parodontitis-Therapie stets mikrochirurgisch.
Anschließend wird der Patient in der unterstützenden Parodontitis-Therapie aufgenommen um ein langfristig stabiles Ergebnis zu erzielen.

Die unterstützende Parodontitis Therapie (UPT)

Vereinfacht gesagt handelt es sich hierbei um eine professionelle Zahnreinigung speziell für den Parodontitis-Patienten. Der wesentliche Unterschied zu einer normalen professionellen Zahnreinigung ist die Erhebung einiger Werte, die relevant für die Parodontitis sind. Der Ausgangsbefund vor der Parodontitis-Therapie wird mit vorhanden Werten und Befunden verglichen. Nur so kann die Früherkennung beginnender Prozesse und deren rechtzeitige Beseitigung gewährleistet werden.
Diese Therapie wird nach der Parodontitis-Risiko-Analyse unterschiedlich oft empfohlen: von 2 bis 6x jährlich.
Eine Wiederbesiedlung der Wurzeloberflächen mit Bakterien ohne UPT erfolgt bereits nach 9 Monaten. Daher ist die einmalige UPT  pro Jahr unwirksam und wird nicht empfohlen.